Schreien und schlagen erlaubt

so kann es durchgeführt werden

Mitarbeiter von diakonis erhalten in einem Kurs wertvolle Tipps zur Gefahrenabwehr
 

 

 

Im Ambulanten Dienst sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch bis in den späten Abend mit dem Auto unterwegs. Einsame Wohngegenden oder dunkle Hauseingänge schüren dann bei manchen die Ängste vor Gefahren.

Um sich innerlich für diese Situationen zu stärken, haben jetzt rund 15 Mitarbeiter von diakonis, vorwiegend vom Ambulanten Dienst in Lage, einen Kurs zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung absolviert. In sieben Einheiten von je anderthalb Stunden, lernten die Teilnehmer durch die fachkundige Anleitung, wie man sich in Gefahrensituationen am Besten und Geschicktesten verhält.

Regel Nummer eins lautete dabei vorweg: „Achte auf deinen Feuermelder im Bauch!“ Ein erstes, ungutes Gefühl in der Bauchgegend sollte man für sich stets wahrnehmen und sofort reagieren. Ferner sollten erste Annäherungsversuche durch Fremde rechtzeitig und eindeutig zurückgewiesen werden. Dazu wurden die entsprechende Gestik, Mimik und Stimmlage geübt. Ein lautes, durchdringendes Schreien im Notfall gehöre dazu. Ein direktes „Verschwinden Sie!“ oder „Fassen Sie mich nicht an!“ sei dabei besser als ein allgemeines „Hilfe!“. Auch sollte man sich im Vorfeld bewusst machen, welche Alltags-Gegenstände zur schnellen Gefahrenabwehr eingesetzt werden können. Im Auto könnten das Schlüssel, Taschenlampe oder vielleicht der Eiskratzer sein. Intensive, praktische Partnerübungen zur Gefahrenabwehr gaben die Gelegenheit, ungewohnte Handlungen (schlagen, treten,…) auszuprobieren und die natürliche Hemmschwelle zu überwinden. Es stellte sich mit entsprechender Sicherheitsausrüstung regelmäßig jemand als „Angreifer“ zur Verfügung, der mit vielen Mitteln abgewehrt werden durfte. Zur Vermeidung einer verbalen Deeskalation gaben die Trainer den Tipp, die Situation damit zu entschärfen, indem man vom Thema ablenkt: Wird man beschimpft, soll man einfach dazu übergehen, aufzuzählen, was man eigentlich alles für die Zubereitung eines Kartoffelsalates benötigt. Der Kurs wurde von den Teilnehmern als sehr hilfreich und praxisnah erlebt.